Katalog

„Im Bazar“, „Blick auf eine Moschee“, „Landhaus St. Germain bei Tunis“ – so lauten die Titel von Werken, die August Macke und Paul Klee während und nach ihrer legendären Tunisreise 1914 schufen. Von Bayern in die orientalische Exotik und Sonne Tunesiens katapultiert, erlebten sie einen heftigen kreativen Schub. Fasziniert schrieb Klee in sein Tagebuch: „Die Farbe hat mich. Ich brauche nicht nach ihr zu haschen. Sie hat mich für immer ... ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.“ Auf den Spuren von Klee, Macke und Moillet erstmals an Ostern (Originalreise fand im April 1914 statt) besuchen Sie Sidi Bou Said, das maurisch-arabische Dorf mit dem berühmten „Café des Nattes“, die Reste Karthagos, die Medina von Tunis mit den historischen Basaren (Souks) sowie die Markthallen der Neustadt und das „Hotel de Paris“ in dem August Macke übernachtete. Ausflüge machen wir zum Landhaus des Dr. Jäggi in Ez Zarah, in dem die Künstler die meiste Zeit verbrachten und nach Kairouan, von dem Klee im Tagebuch schwärmte: „Entdeckung des Wunders Kairouans“. In Sousse waren Sie zwar nicht, aber dort überwinterten Gabriele Münter und Wassily Kandinsky 1908. Die Begegnung mit der arabischen Welt, der islamischen Ornamentik sowie dem Licht des Südens stellte für Klee, Macke und Moillet einen grundlegenden Impuls für ihre künstlerische Arbeit dar. Für August Macke war es der Endpunkt seiner Karriere, denn wenig später starb er im 1. Weltkrieg. Doch anlässlich der „Schnapszahlreise“ setzen wir uns auch mit der Gegenwart auseinander: Wir besuchen die Glaskünstlerin Sadika Keskes, die Frauen aus dem Süden motivierte, Klee-Motive als Teppiche zu knüpfen, werden im GoetheInstitut empfangen und sprechen über die aktuelle Entwicklung in Tunesien. 17.04 - 24.04.2025 Reiseleitung Dr. Ulrich Weitz Ibrahim Querzazi 111 Jahre: Die legendäre Tunesienreise von Paul Klee, August Macke und Louis Moillet Osterreise Tunesien Paul Klee notiert am 14.04.1914 im Tagebuch über Hammamet: „Die Stadt ist fabelhaft, am Meer gelegen, winklig und rechtwinklig und wieder winklig. Dann und wann von der Ringmauer ein Blick!! In den Straßen sieht man mehr Weiblichkeit als in Tunis. Kleine Mädchen unverschleiert. Auch darf man hier einen Friedhof betreten. Einer liegt köstlich am Meer“ und am 15.04.1914 über den Weg zur Eisenbahnstation: „Wir sollten nun nach Kairuan, und vermeiden, mit der Bahn zu fahren … Auf diese Weise kamen wir nun selbst in die Lage mit unserm europäischen Äußern das Landstraßenbild zu beleben; natürlich nur in dümmster Nichtanpassung. Denn was wir schon vom Zug gestern gesehen hatten, war so einzigartig zeitlos gewesen, dass es einen erbarmen wollte mit seiner Mode Anfang 20tes hier herein zu zeiteln“. 20

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